Maximilian Jacobi zum 250. Geburtstag
Maximilian Jacobi wurde 1775 als Sohn des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi und dessen Frau Helene Elisabeth, geb. von Clermont, geboren. Durch seinen väterlichen Freund Goethe ermuntert, studierte er in Jena und Göttingen Medizin. 1798 heiratete er Anna Claudius, die Tochter des »Wandsbecker Boten« Matthias Claudius. Jacobi wirkte u.a. in Vaels bei Aachen, Eutin, London, und Salzburg als Arzt, bevor er 1816 als Medizinalrat in preußische Dienste trat. 1822 wurde er mit dem Aufbau und der Leitung der ersten preußischen Irren-Heilanstalt auf dem Michaelsberg in Siegburg beauftragt. Der Umbau der alten Abteigebäude und die Einrichtung der Anstalt wurde nach seinen Plänen durchgeführt. Rasch entwickelte sich Jacobi durch seine humanen Therapieentwürfe, die er in zahlreichen Publikationen veröffentlichte, zu einem der Begründer und Wegbereiter der modernen Psychiatrie. Siegburg entwickelte sich in diesen Jahren zum »Mekka« der psychiatrischen Welt. Nahezu alle angehenden Klinikleiter haben damals bei Jacobi als Assistent gearbeitet oder ein Praktikum absolviert. Seine Jahre sind als »Goldenes Zeitalter« Siegburgs in die Medizingeschichte eingegangen. Maximilian Jacobi starb, hochgeehrt, am 18. Mai 1858 und wurde auf dem alten Johannesfriedhof beigesetzt.
Referent: Franz Josef Wiegelmann, Siegburg